
Von 1.800 auf 2.500 Kalorien, kein schlechtes Gewissen mehr und Gewicht verloren trotz alter Stillstand-Kalorien – Inkes Erfahrung mit Einfach Ernährung
Inke kam bei ihrer eigenen Reverse Diet ums Verrecken nicht über 2.000 Kalorien. Heute isst sie 2.400 im Erhalt, ohne schlechtes Gewissen, und verliert Gewicht mit genau den Kalorien, bei denen früher Stillstand war.

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Die Wand bei 2.000 Kalorien
Inke ist 43 Jahre alt, wohnt in Basel direkt an der deutschen Grenze und ist Mama von zwei Kindern, 7 und 12. Sie arbeitet im Marketing. Den ganzen Tag am Computer, den ganzen Tag im Sitzen.
Vor über einem Jahr fing sie an zu ahnen, dass mit ihrer Ernährung etwas nicht stimmt. Sie recherchierte und kam schnell auf eine Idee: Wahrscheinlich isst sie zu wenig.
Also machte sie das, was sie gelesen hatte. Eine Reverse Diet, auf eigene Faust. Alles getrackt, langsam mit den Kalorien hoch. Es lief sogar.
Bis 2.000.
Um keinen Preis der Welt wäre ich da drüber gegangen. Einfach ums Verrecken nicht. Da hat alles in mir rebelliert.
Sie blieb bei 1.999 stehen. Jeder Fitnesstracker sagte ihr ohnehin, das sei schon viel zu viel. Also ging sie ins Defizit. Es passierte nichts. Sie aß wieder normal. Es passierte wieder nichts.
Es hat sich angefühlt, als hätte mir jemand Kaugummi unter die Schuhe geklebt. Es ging einfach nicht vorwärts.
Donnerstags ist Podcast-Tag
In der Fitness-Bubble, der Inke auf Instagram folgte, gab es leise Stimmen, die sagten: Du isst zu wenig. Aber die anderen schrien lauter.
Irgendwann spülte der Algorithmus Einfach Ernährung in ihren Feed. Und weil Inke genau einmal pro Woche ins Büro fährt, immer donnerstags, wurde die Hin- und Rückfahrt zu ihrer Podcast-Zeit.
Auf einer längeren Fahrt zu einem Geschäftstermin hörte sie eine besonders lange Folge. Und ertappte sich dabei, wie sie immer wieder laut im Auto sagte: Ja. Stimmt.
Sie könnten mir nicht mehr aus dem Herzen reden.
Endlich jemand, der sie versteht. Der sie nicht überzeugen will, noch weniger zu essen. Der sagt, dass es okay ist, wenn sie die Schüssel leer isst. Und dass sie sich blöde Sprüche nicht mehr gefallen lassen muss.
Eigentlich wusste ich es ja schon. Aber es ging einfach nicht. Mein Kopf hat nicht mitgemacht. Mein Körper hat blockiert.
Jetzt oder nie
Trotzdem dauerte es lange, bis Inke den Schritt machte. Dann kam wieder eine Ankündigung, und sie sagte sich: Jetzt oder nie.
Was sie wollte, war klar. Jemand, der sie an die Hand nimmt und mitnimmt. Nicht jemand, der es für sie macht.
Ich wollte nicht, dass mir jemand einen Plan vorsetzt und sagt: Jetzt musst du das essen. Ich wollte selber lernen, damit zu haushalten. Ich wollte nicht für den Rest meines Lebens nach Plan XY essen.
Blind vertrauen
Der große Unterschied zu ihren eigenen Versuchen? Dass sie sich verlassen konnte.
Da sitzen die Profis, die wissen, was sie tun. Hör einfach. Wenn die dir sagen, du gehst jetzt noch mal 100 oder 200 Kalorien hoch, die Waage wird hochgehen, aber es wird nicht so schlimm sein, wie du dir das vorstellst, dann machst du das jetzt einfach.
Inke gab sich ein halbes Jahr. Und dieses halbe Jahr gab sie komplett aus der Hand.
Das hört sich ein bisschen doof an, aber das war für mich ganz, ganz wichtig. Du musst lernen, die Kontrolle abzugeben. Vertrau den Leuten, vertrau deinem Körper.
Die WhatsApp an Tim
Gestartet ist Inke mit knapp 1.800 Kalorien. Damals dachte sie: Das ist schon eine ganze Menge.
Sie baute sich ihre Struktur. Wann esse ich was, wie reagiere ich darauf, wann kommt Heißhunger. Mit zwei Kindern und festen Essenszeiten zu Hause ging das schneller als gedacht.
Und dann stand sie wieder da. Bei 2.000. Vor der Wand.
Sie schrieb Tim eine WhatsApp: Ich kann das nicht. Die Antwort: Mach es einfach. Hab das Vertrauen.
Sie machte es. Zwei Wochen später stand sie bei 2.100.
Und siehe da, oh mein Gott, es ist immer noch nichts passiert. Das war so erleichternd.
Von da an lief es. Wenn 2.100 geht, geht auch 2.200. Dann 2.300. Am Ende landete Inke bei 2.500 Kalorien.
Von 1.800 auf 2.500 Kalorien
Bei 2.500 war für Inke Schluss. Die Messungen im Fitnessstudio zeigten schön, wie die Muskelmasse gewachsen war. Und ehrlich gesagt wurde es anstrengend, so viel zu essen.
Ihr Erhalt liegt heute bei 2.350 bis 2.400 Kalorien.
Und ihr Defizit? Bei 1.800 Kalorien. Genau das, was sie vorher jeden Tag gegessen hat, ohne dass sich etwas getan hat.
Es ist eigentlich schon ganz witzig.
Eine Kugel statt zwei
Einen echten Foodfokus hatte Inke nie. Was sich verändert hat, ist etwas anderes: das schlechte Gewissen.
Wenn sie mit den Kindern Pommes essen ging, sagte sie nicht nein. Aber am nächsten Tag fühlte sie sich schlecht. In der Eisdiele nahm sie eine Kugel statt zwei, obwohl sie zwei Lieblingssorten hat. Und musste sich entscheiden.
Kleine Dinge. Aber sie fielen ihr jetzt erst auf.
Mit den höheren Kalorien kam noch mehr. Besserer Schlaf. Andere Laune. Der Zyklus zeigte sich anders. Und im Training tauchte plötzlich Kraft auf, wo vorher monatelang nichts ging.
Da kam plötzlich Power.
Eine Batterie zu viel
Treppen ist Inke schon immer gelaufen. Aber jetzt hopst sie hoch. Oben angekommen schauen die Kinder sie an: Was ist denn mit dir los?
Ja, ich weiß nicht. Komm, wir spielen noch eine Runde Fangen.
Diese Alltagsenergie ist für sie der größte Unterschied.
Als hätte ich eine Batterie zu viel. Es gibt eine wahnsinnige Lebensqualität zurück.
Sechs Wochen Defizit mit den alten Kalorien
Nach dem Urlaub startete Inke ein sechswöchiges Defizit. Zum Zeitpunkt des Interviews ist sie in der letzten Woche.
Der Plan: zwei bis drei Wochen bei 1.800, dann langsam hoch Richtung 2.000, damit der Sprung zurück in den Erhalt nicht so groß ist.
Die erste Woche ging die Waage sogar leicht nach oben. In der zweiten ging es langsam runter. Inke war so gut im Flow, dass sie fragte, ob sie noch eine dritte Woche bei 1.800 bleiben darf. Durfte sie.
Und siehe da, dann hat's richtig Gas gegeben.
Die letzten Wochen wurden zäher, obwohl die Kalorien höher waren. Die Luft war ein bisschen raus. Aber Inke ist keine, die dann aufhört.
Nach fünf Wochen: 2,5 kg weniger. Etwa ein halbes Kilo pro Woche.
Mit den Kalorien, mit denen früher gar nichts passiert ist.
Was Inke verbessern würde
Inke hatte das Basispaket, keine Eins-zu-eins-Betreuung. Sie wusste: Wenn ich mich melde, bekomme ich Antwort. Und das war immer so.
Sie selbst hat die Chance genutzt, sich in den Calls gemeldet, geschrieben, gefragt. Aber ihr ist aufgefallen, dass es oft dieselben Leute sind, die aktiv mitmachen. Viele halten sich im Hintergrund.
Ihr Vorschlag: Bei den Leuten im Basispaket alle paar Wochen einfach mal eine WhatsApp rausschicken. Hey, wie geht's, kann man dir weiterhelfen?
Ein Punkt, der bei Einfach Ernährung inzwischen umgesetzt ist. Mit wöchentlichen Check-ins und dem neuen Coaching-Tagebuch.
Eine Kritik, die eigentlich schon wieder passé ist. Ich kann wirklich gar nichts Negatives sagen.
Inkes Botschaft
Seit Inke auf einem Instagram-Post zu sehen war, haben sie ein, zwei Leute angesprochen. Sie hat sich mit ihnen unterhalten, alle Informationen weitergegeben. Und jedes Mal kam am Ende derselbe Satz.
Ich guck mal noch. Vielleicht kriege ich es ja noch selber hin.
Inke kennt den Gedanken. Sie hätte auch selbst herausfinden können, dass sie über 2.000 Kalorien essen kann.
Aber wann? Und zu welchem Preis? Wie viel Nerven, wie viel Geduld und wie viel Zeit bin ich bereit, da noch zu investieren?
Ihr Rat an alle, die noch ein paar Kilos loswerden wollen, ein bestimmtes Körperbild anstreben oder im Training endlich vorankommen wollen:
Macht es einfach. Es lohnt sich. Wenn ich das jetzt nicht gemacht hätte, hätte ich nächsten Sommer genau das gleiche Problem gehabt.
Und mit Blick auf Dezember:
Die Weihnachtskekse freuen sich schon auf mich. Und ich muss diesmal keinen Bogen drumherum machen.
Inkes Kalorienreise auf einen Blick
- Vorher: knapp 1.800 kcal, Stillstand
- Eigene Reverse Diet: Blockade bei 2.000 kcal
- Mit Einfach Ernährung: hoch bis 2.500 kcal
- Erhalt heute: 2.350 bis 2.400 kcal
- Defizit: 1.800 kcal, 2,5 kg nach 5 Wochen
- Körperlich: mehr Muskelmasse, mehr Kraft im Training, mehr Alltagsenergie
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